Antarktis

Vom 5. – 10. Dezember kreuzten wir in der Antarktis, ein Erlebnis, das nur wenigen Menschen auf dieser Erde vorbehalten ist. Die Hin- und Rückfahrt über die Drake-Passage verlief relativ ruhig, was wohl nicht immer der Fall ist, aber wir hatten Glück.

Wie soll man solch ein Highlight in Worte fassen? Natürlich beschlich mich hin- und wieder das Gefühl in den Alpen an einem See, eingerahmt von Schneebergen, zu sitzen. Aber dann schaute ich genauer hin und aus den Schneebergen wurden riesige Gletscher. Weiß-blau schimmernde Eisberge, bizarre Gebilde aus Schnee und Eis, schwammen auf dem Wasser, wobei immer nur die Spitze des Eisberges zu sehen war.

Und dazwischen die Tierwelt, verschiedene Pinguin-Kolonien, teils noch mit Eiern unterm Gefieder, teils mit einem oder zwei Küken. Verschiedene Seevögel kreisten über uns und hin- und wieder lag am Strand eine dicke, fette, faule Robbe, deren einzige Feinde die Orcas, die Killerwale sind. Und neben dem fahrenden Schiff tauchten gelegentlich Humpback-Wale auf, spritzen Wasserfontäne in die Höhe und zeigten ihren Schwanz, um erneut in die Tiefe abzutauchen, um nach Krill, ihrer Hauptnahrung, zu fischen.

Täglich, bis auf einen Tag, als es zu stürmisch war, konnten wir rund 1,5 Stunden mit dem Schlauchboot raus, um entweder an Land zu gehen oder zwischen den Eisbergen rumzufahren. An einem Tag gönnten wir uns auch ein ganz besonderes Erlebnis und paddelten zwei Stunden in einem Zweierkajak. Insgesamt eine Gruppe von acht Kajaks mit einem Guide. Die Antarktis ist schon ein ganz besonderes Erlebnis, einfach unvergleichlich und kaum zu beschreiben.

An Bord hatten wir natürlich unser Expertenteam, Wissenschaftler, die die Antarktis wie ihre Westentasche kennen, auch immer an Deck, um uns unermüdlich die Tierwelt zu zeigen. So hatten wir einen Vogelkundler, einen Experten für Pinguine, einen für Wale, einen für Gletscher, einen Historiker und eine Geologin an Bord, alles hochkarätige Wissenschaftler teils sogar Professoren. Hinzu kamen Pat und Rosemary, unsere Profifotografen mit ihren Vorträgen und Tipps zum besseren Fotografieren.

Das Team suchte abends gemeinsam mit den Kapitänen die besten Gebiete aus, einmal fuhren wir  nachts bis zum 65-ten Breitengrad, um die Eisgrenze auszuloten. Morgens landeten zunächst unsere Experten, um das Gebiet vorzubereiten, sprich mit Fahnen den Weg abzustecken, um die Tiere möglichst wenig zu stören. Auch hatten sie immer eine Notfall-Ausrüstung dabei, um gegebenenfalls an Land bleiben zu können, falls das Schiff unvorhergesehen den Ankerplatz hätte verlassen müssen

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