An Bord der Quest

Dies ist unsere zweite Kreuzfahrt mit der Seabourn Quest. Unsere erste Reise führte uns im November/Dezember 2015 von Manaus im Amazonas entlang der brasilianischen Küste über die Falkland-Inseln in die Antarktis und von dort nach Valparaiso in Chile. Wir verbrachten 42 Tage an Bord und waren begeistert. Jetzt sind wir auf die Quest zurückgekehrt und schippern 15 Tage von Miami durch den Panamakanal nach Peru.

Die Einschiffung verlief, wie von Seabourn nicht anders zu erwarten, äußerst angenehm. Da wir vor der offiziellen Zeit eincheckten, war unsere Suite noch nicht bezugsfertig, aber kein Problem, im Colonade Restaurant wartete das Buffet auf uns.  Hier fehlt es wirklich an Nichts. Lachs, Jumbo-Shrimps oder was das Herz sonst begehrt. Man kann drinnen oder draußen sitzen, am Mittag gibt es Buffet, am Abend wird serviert. Auf Wunsch begleitet von Champagner, guten Weinen oder Bier.

Das Colonade ist eines der vier Restaurants auf der Quest und mein Lieblingslokal. Hier wird auch das Frühstück serviert. Das größte Restaurant ist “The Restaurant”, der elegant, vornehme Speiseraum liegt im Bauch des Schiffes, hier wird feine Küche mit mehreren Gängen serviert. Es gibt keine Sitzordnung, man kann täglich wählen, ob man in Gemeinschaft oder lieber alleine speisen möchte und wird an den Tisch geleitet. “The Grill”, das Restaurant vom Thomas Keller, einem amerikanischen Sternekoch, ist sehr klein, daher erfordert es ein rechtzeitige Reservierung. Am wenigsten formell ist das Restaurant am Pool. Hier gibt es vorwiegend Salate mit Pizza, Burgern oder lokale Spezialitäten der Region am Mittag, aber abends wird unter dem Thema “Earth & Ocean” ebenfalls an den Tisch geleitet und bedient.

Speisekarte der Seabourn Quest am Montag, dem 5. November 2018

Menü des Küchenchefs im “The Restaurant” an einem formalen Abend

Die Quest verfügt ausschließlich über Suiten, wobei im Deck 4 einige ohne Balkon sind, alle übrigen verfügen über einen schönen möblierten Balkon. Mit maximal 450 Passagieren zählt sie eher zu den kleinen Kreuzfahrtschiffen. Die Suite ist geräumig, das Marmor-Badezimmer mit zwei Waschbecken, Dusche und Badewanne ausgestattet. Ein begehbarer Kleiderschrank hilft Ordnung zu halten. Der Schlafbereich ist mit großem Doppelbett oder getrennten Betten erhältlich, der Wohnbereich besitzt eine Couch, einen Esstisch mit zwei bequemen Sesseln. Fernseher und gutbestückte Minibar ergänzen die Annehmlichkeiten der Suite. Wer über genügend Kleingeld verfügt, logiert in einer der wenigen Luxussuiten.

Dieses Mal beschloss ich, an keinem Programm teilzunehmen. Bei unserer ersten Reise in die Antarktis hatte ich am Bridge-Anfängerkurs und mit meinem Mann an Tanzstunden teilgenommen. Bei der zweiten Kreuzfahrt mit der Seabourn Encore rund um die Arabische Halbinsel, hatte ich erneut den Bridge-Kurs und einen Malkurs besucht. Leider kollidieren dies Aktivitäten oft mit den Vorträgen der Lektoren. Dieses Mal besuchte ich die Vorträge und schrieb. Man kann im Leben nicht alles gleichzeitig haben.

Über den Tag verteilt, gibt es Vorträge über die besuchten Destinationen, zunächst praktische Tipps für den Landbesuch, dann Vorstellung der von Seabourn angebotenen Ausflüge und ferner wissenschaftliche Vorträge von Biologen, Geologen, Historikern und vieles mehr.

Willkomms-Party am Pool zum Auftakt, Empfang durch den Kapitän, Nachbarschafts-Party vor den Suiten, Kochschau vom Küchenchef, Führung durch die Bordküche, Einladung zu einem Abendessen mit dem Tanzpaar Uliana und Oleg, Caviar mit klassischer Musik am Pool, Mittagsbuffet aufgebaut in der Küche, Taufe der Polliwogs (Neulinge) am Äquator, und, und, und…. Es ist unmöglich alle Aktivitäten aufzuzählen, aber vielleicht noch eine Besonderheit: An einem Tag öffnete der Kapitän sein Heiligtum und die Gäste hatten die Möglichkeit die Brücke zu besuchen und Fragen zur Navigation zu stellen.

Am Abend treten Künstler von Weltrang auf, so eine Show mit Marc Oberon, einem Magier, mit Patrick Murray und seiner Matilda, ein Bauchredner mit Jamaica-Puppe. Klavierkonzerte mit Elliot Finkel, an einem Abend zusammen mit der Hausband, am nächsten Abend mit klassischen Stücken.

Tipps zum Buchen mit Seabourn

Seabourn mit seiner 6-Sternen-Flotte ist nicht billig, aber jeden Euro wert. Im Reisepreis ist alles bis auf die Ausflüge und das Internet enthalten. Meist erhält man bei der Buchung ein Gratis-Bordguthaben (bis zu USD 500 für eine normale Suite) zur teilweisen Deckung dieser Kosten.

Mit ein paar Tipps lässt sich jedoch einiges an Geld sparen:
Buchungen über das Reisebüro www.thats-travel.com bringt 3 – 5%; auf Sonderangebote mit Gratis-Upgrades in bessere Kabinen auf der Webseite seabourn.com/de warten; an Bord während der Reise eine Anzahlung für eine weitere Reise leisten bringt weiter 5% auf den Reisepreis (ohne Hafengebühren); reduziert sich der Reisepreis bis 90 Tage vor der Einschiffung nachhaken, eine Umbuchung bringt den reduzierten Preis; Mitgliedschaft im Seabourn-Club bringt weitere Vorteile, wie etwa Discount auf Landausflüge oder kostenloser Wäschebeutel.