Manaus – Buenos Aires (Teil 1 der Reise)

vom 09. – 29.11.2015

Seabourn Quest

Champagner – jederzeit

Es ist einfach nur gigantisch, etwas Besseres zu finden wird schwer werden. Und wir hatten Glück. Ich hatte eine Glückskabine gebucht und sind statt Deck 5 im Deck 6 mittschiffs in einer 34 qm großen Suite mit Balkon gelandet. Trotz allen Luxus an Bord, ist die Atmosphäre auf dem Schiff äußerst entspannt. Das Personal ist sehr freundlich und zuvorkommend – ohne verkrampft oder aufdringlich zu sein, das Essen phantastisch und das Publikum international – Champagner ist jederzeit erhältlich und auf Wunsch Kaviar dazu – alles im Preis inbegriffen, wir leben hier wirklich wie die Maden im Speck.

Caviar – jederzeit

Das Leben an Bord

Langeweile – was ist das? Wir haben drei hochkarätige Wissenschaftler an Board, pensionierte amerikanische Uni-Professoren, einen Biologen, einen Geologen und einen Astronomen. An Tagen auf See oder auch zum Aperitif nach den Landausflügen gibt es täglich meist 2 – 3 etwa 45-minütige Vorträge, zu unseren Destinationen, über die Entstehung Südamerikas bis hin zum Sternenhimmel der Südhalbkugel mit spätabendlichem Blick zum Himmel. Ferner habe ich mich zum Bridge-Anfängerkurs angemeldet und ein deutsches Tanzpaar – auch Gäste – haben sich erboten uns einige südamerikanische Tanzschritte beizubringen. So können wir wieder Rumba tanzen und an den nächsten Seetagen steht Cha-Cha-Cha auf dem Programm. Am früheren Abend spielen wir meist Rummikub auf unserem Balkon.

Daneben befinden sich erstklassige Künstler an Bord, wie ein junger brasilianischer Pianist, ein Cellist, ein Gitarrist und neben der Hausband natürlich Sängerinnen und Sänger – vom Feinsten. Das Repertoire reicht von Klassik über Musical bis hin zu Rock und Pop.

An den Landtagen stellt Seabourn, mit Ausnahme von Rio, immer einen kostenlosen Shuttlebus zur Verfügung, sodass man problemlos vom Pier in die Innenstadt kommt. Die letzten drei Tage vor Rio, haben wir allerdings vor Inseln geankert und sind mit Booten an Land.

An Bord befinden sich vier Restaurants, die man alle frei wählen kann und es gibt keine Sitzordnung. Tags über kann man sich hinsetzen wo man will, am Abend kann man seine Wünsche anbringen, ob man lieber alleine oder mit jemandem zusammensitzen will. Wir sind meist offen und lassen uns gerne an einen Tisch zu anderen Gästen setzen. So haben wir schon zahlreiche Mitfahrer aus USA, Canada, Australien, New Zealand, Südafrika, und England kennengelernt. Natürlich gibt es auch etliche Deutsche und Schweizer an Bord. Frühstück und Mittagessen ist eine Mischung aus Buffet und Service, abends wir meist in allen Restaurant serviert – zum Glück, denn beim Buffet ist man immer versucht Nachschlag zu holen – und wir wollen möglichst nicht zunehmen (hahaha!). Aber bei dem guten Essen – und Verdursten tut man schon gar nicht – nicht immer einfach.

Amazonasgebiet

In Manaus am Rio Negro sind wir an Bord. Unser erster Stopp war Santarem, wo der Río Tapajós mit fast klarem Wasser ähnlich in denAmazonas mündet. Aber auch Santarem hat nicht viel zu bieten. Der Amazonas selbst ist ein sehr breiter brauner Strom, auch nicht gerade spektakulär, also nicht wie man sich einen Urwaldfluss so vorstellt.

Brasilianische Nordostküste

Nach dem Überqueren des Äquators – hier wurden alle Neulinge (Überquerung auf See, sogenannte Pollywogs) von König Neptun für irgendetwas schuldig befunden – und wir mussten einen Fisch küssen und in den Pool springen, wohl eine alte Seefahrertradition der Navy. Jetzt sind wir sogenannte Shellbacks und haben dafür eine Urkunde!

Fortaleza und Natal sind ebenfalls keine spektakulären Destination, interessant wird es erst in Recife und speziell in Olinda. Hier haben wir am Hafen eine lokale Tour gebucht und für wenig Geld einiges gesehen, die Brasilianer sind im Tourismusbusiness recht gut organisiert. Leider sind die von Seabourn angebotenen Landausflüge sehr teuer – und bieten letztlich auch nicht mehr.

Blick von Olinda

Inseln vor Rio und Sao Paulo

In Buzios ist unser Landausflug buchstäblich ins Wasser gefallen. Kaum waren wir an Land, fing es an zu kübeln. Wir wollten eine 2-stündige Tour mit einem offenen Bus über die Insel unternehmen, aber der Regen hörte nicht auf, so bekamen wir unser Geld zurück und kamen patschnass am Schiff wieder an, aber es ging allen so und der Kapitän war froh uns alle wieder heil an Bord zu haben, da zwischendurch der Tenderservice wegen Sturmgefahr eingestellt werden musste. Es war allerdings der erste Regen seit Manaus.

Brigitte Bardot war es in Buzio nicht zu naß

Am nächsten Tag zeigte sich der Wettergott wieder versöhnt und wir konnten Ilhabela erkunden. Wir buchten wieder eine lokale Tour, die uns zu zwei Wasserfällen und an den Strand brachte. Brasilianer am Meer zu beobachten ist schon ein Erlebnis für sich. Man genießt einfach das Leben in vollen Zügen und hat keine Scheu den dicken Ranzen oder die Speckfalten im Bikini zu zeigen, egal wie dick!

Unsere letzte Inselstation war Abracaao, Ilha Grande. Trotz leichten Nieselregens konnten wir am Strand entlang wandern.

Eigentlich sind alle drei Inseln echte Urlaubsgebiete, mit netten Häusern, Restaurants und Boutiquen, also wirklich ansprechende Städtchen. Und zum Glück haben uns die Moskitos verschont, die dort wohl recht aggressive sein können.

Rio de Janeiro

Diesmal hatten wir etwas mehr Glück mit dem Wetter. Nach einer knapp 3-stündigen Gratis-Stadt-Walking-Tour ab der Oper, konnten wir wirklich noch hoch auf den Zuckerhut – und man glaubt es kaum, wir mussten nicht anstehen! Endlich konnten wir die Stadt von oben überblicken – und Rio ist wirklich eine Reise wert. Leider ist es uns wieder nicht geglückt die Oper von innen zu sehen, aus unerfindlichen Gründen gab es erneut keine Führung – aber das ist halt Brasilien.

Zuckerhut – das Wahrzeichen von Rio
Armenviertel in Rio

Rio verließen wir mit Champagner und Kaviar am Pool – und damit auch Brasilien. Die nächsten beiden Tage sind wir auf See, bevor wir in Montevideo in Uruguay an Land gehen.