Mit dem Luxusliner SuperStar Virgo durchs Südchinesische Meer

Auf einem Rückflug von Bali blätterte ich in einem Garuda Magazin und entdeckte zufällig einen Artikel über das neue Traumschiff SuperStar Virgo, das wöchentlich ab Singapur in See sticht. Die Bil­der waren be­ein­druckend und der Bericht hörte sich toll an, aber so eine Kreuzfahrt überlegte ich mir, ist das etwas für eine Familie mit Kindern oder ist das nur was für allein­stehende, ameri­kanische Damen ab 70?

Die Neugierde siegte, und die Aussicht auf ein paar erholsame Tage auf See, zum Abschluss unseres Indonesien­aufenthaltes, war doch verlockend, also buchten wir kurzerhand unser Traumschiff.

So standen wir an der Pier am World Trade Center in Singapur und bestaunten das Riesenschiff, das vor uns am Kai lag. Mit 76’000 BRT und dreizehn Stockwerken, derzeit wohl eines der größten Pas­sa­gier­schiffe der Welt. Vor zehn Monaten erst war das Schiff von der deutschen Meyer Werft vom Stapel gelaufen. Mit einer Kapazität von rund 2’800 Passagieren und 1’400 Mitarbeitern schon ein beachtlicher Betrieb, der einiges an Logistik und Organisation erfordert. Mit uns gingen weitere 2’400 Passagiere an Bord und alles lief, praktisch ohne große Wartezeiten, wie am Schnürchen. Pässe und Gepäck abgeben, Ka­bi­nen­karten in Empfang nehmen, an Bord gehen und genießen. Bereits ab 10.30 Uhr ist das Gate offen und man kann die Annehmlichkeiten des Schiffes nutzen, obwohl es erst am Sonntagnachmittag um 16 Uhr ablegt.

Mit der Passabgabe erhält jeder Passagier eine Kabinenkarte, die als Schlüssel, Identifikations­karte und gleichzeitig als Zahlungs­mittel dient, da an Bord kein Bargeld erforderlich ist.

Unsere Kabine war recht geräumig, selbst noch für vier Personen. Die Möblierung besteht aus zwei bequemen Einzelbetten, einem Oberbett und einem, zu einem Bett ausziehbaren Sessel, sowie einem Schreib­­tisch und sogar einem Fernsehapparat, zur großen Freude unseres Sohnes. Allerdings fand er anschließend zum Glück fast keine Zeit, um vor der Glotze zu sitzen.

Nach einem kurzen Rundgang durchs Schiff, führte unser erster Weg zum Mediterranean Buffet, um ein spätes Mittagessen einzunehmen. Was uns je­doch hier erwartete, entsprach nicht ganz unserer Vor­stellung von einer Kreuzfahrt mit einem Traum­schiff. An den Nachbartischen wurden Kin­der von indo­ne­sischen Pembantus abgefüttert und auf den Tischen sah es aus wie auf einem Schlacht­feld, als sei Essen nur dafür geschaffen, um weg­geworfen zu werden! Nein, es gab noch weitere Restaurants an Bord, wir wollten ein anderes su­chen, notfalls auch etwas extra dafür bezahlen.

Am Abend entdeckten wir jedoch das Bella Vista Restaurant, das eher unseren Vorstellungen eines Traumurlaubes entsprach. Gediegen, elegant, mit weißen Damast­tischdecken und Silberbesteck, und das viergängige Auswahl-Menu von Kellnern ge­lernt serviert. Wir waren wieder restlich versöhnt.

Das Mediterranean Buffet, das Bella Vista und das chinesische Pavillion Restaurant sind im Kabinen­preis mit in­begriffen. Nur die Getränke gehen extra, die Prei­se sind jedoch moderat. Softdrinks kosten S$3,-, Bier und Wein im Glas ab S$4,- und eine Flasche französischer Wein ist ab S$20,- zu haben. Das Schiff verfügt noch über etliche weitere Restaurants, allerdings zu Preisen wie in Hotels in Singapur. Es gibt keine vorgegebenen Tischzeiten, während der üblichen Essenszeiten kann man überall einfach Essen gehen. Im Bella Vista erhielt man immer ohne Probleme einen Tisch, da sich hier vorwiegend nur die Europäer/Australier und nur vereinzelt Asiaten einfanden.

Das Schiff bietet eine Vielzahl an Unter­hal­tungsmöglichkeiten. Ein großer Pool zum Schwim­men und Sonnenbaden, Whirlpools, Kindererleb­nispool, Fitnesscenter, Spielhalle, Kino, Geschäfte und vieles mehr. Nach dem Abendessen kann man sein Glück beim Roulett oder sonstigen Glücks­spielen versuchen oder einer Show beiwohnen. Nachtfalter können in der Disko zum Schwitzen kommen oder das Tanzbein zu südamerikanischen Rhythmen schwingen. Wer um Mitternacht noch Hunger verspürt, findet auch zu später Stunde noch etwas zum Essen, und fast alles gratis.

Am nächsten Morgen legten wir in Malaysia vor der Insel „Pulau Kapas“ an. Von hier aus kann man kosten­pflichtige Aus­flüge unternehmen oder man kann sich auch einfach nur auf Pulau Kapas ab­setzen lassen, schwimmen und die Sonne genießen.

Zu einem späten Mittagessen kehrten wir zurück an Bord und faulenzten einfach, mit einem Buch in der Hand, am Pool weiter. Nach dem vorzüglichen Abendessen im Bella Vista Restaurant, suchten wir einen Liegestuhl und genossen den tropischen Ster­nen­himmel. Nach einem letzten Bier oder zwei in der „Celebrity Disco“, fielen wir müde ins Bett.

Am Dienstagmorgen legten wir in Songkhla, im Süden von Thailand, an. Die Landausflüge ent­hielten Fahrten zu thailändischen kulturellen Dar­bietungen mit Shoppingtour. Auch wurde ein Aus­flug angeboten, der ausschließlich Erwachse­nen, wohl eher den männ­lichen Junggesellen an Bord, vorbehalten war. Aber man konnte sich auch wieder auf eigene Faust an Land setzen lassen und einkaufen gehen oder sich in einem Hotel am Meer niederlassen. Wir entschieden uns für das Hotel mit Pool und einsamen Strand. Direkt vor dem Hotel befindet sich eine bronzene thailändische Meer­jungfrau, wohl ihrer dänischen Schwester in Kopen­hagen nachempfunden.

Die Fahrt mit dem thailändischen Bemo vom Pier zum Hotel erinnerte uns sehr an Indonesien. Wollten die Fahrer doch tatsächlich $15,- von uns. Nach zähen Verhandlungen war der Preis dann bei 50 Baht, was etwa $1,20 entspricht. Auf der Rück­fahrt vom Hotel zur Pier zahlten wir dann den offi­ziellen Preis, nämlich 30 Baht für drei Personen.

Am Abend gab es den „Captain’s Cocktail“-Empfang in der großen Piazza und anschließend ein Gala-Dinner. Wir hatten uns wieder fürs Bella Vista entschieden und hatten das Glück, direkt neben dem Kapitänstisch zu sitzen.

Die Reise ist wirklich sehr empfehlenswert (besser außerhalb der indonesischen Schulferien) und ab S$479,– (S$199,– für die 3./4.P.) z.B. bei PT. Kultur & Natur T. 537 6250/392 8323 zu buchen.

Christa Stuber